Die Europäische Kommission hat einen entscheidenden Schritt zum Schutz von Minderjährigen online getan. Präsidentin Ursula von der Leyen und Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen gaben am 15. April bekannt, dass die europäische Altersverifizierungs-App „technisch bereit“ ist und bald in die Pilotphase mit den Mitgliedstaaten eintreten wird.
Eine technologie, die die Privatsphäre respektiert
Die Open-Source-App basiert auf der Zero-Knowledge-Proof-Technologie (Nullwissen-Beweis). Konkret kann ein Nutzer beweisen, dass er über 16 Jahre alt ist, ohne dass die Plattform Zugang zu seinem Namen, Geburtsdatum oder anderen persönlichen Daten erhält. Laut Reuters positioniert dieser Ansatz die EU als globalen Vorreiter bei der Altersverifikation, die die Privatsphäre respektiert.
Ein Kontext verschärfter Regulierung
Diese Initiative fügt sich in den Rahmen des Digital Services Act (DSA) und der neuen europäischen Regeln ein, die den Zugang von Minderjährigen zu sozialen Netzwerken einschränken sollen. In Frankreich schreibt ein Gesetz bereits eine Altersprüfung für den Zugang zu pornografischen Websites vor, und die Debatte über ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 15-Jährige bleibt in der Nationalversammlung sehr lebhaft.
Nächste Schritte
Die App wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in mehreren europäischen Ländern in die Pilotphase eintreten. Ein verbindliches Mindestalter ist auf EU-Ebene noch nicht harmonisiert, aber das Tool kann von Plattformen freiwillig übernommen werden. Laut The Next Web befinden sich Digitalriesen wie Meta, TikTok und Snapchat bereits in Gesprächen mit der Kommission, um das System zu integrieren.
Quellen : - Reuters — EU age verification app ready as Europe moves to curb children's social media access, 15 avril 2026 - DW — EU age verification app announced to protect children online, 15 avril 2026 - The Next Web — The EU says its age verification app is ready, 16 avril 2026 - Biometric Update — Europe's age verification app reaches technical readiness, 16 avril 2026





