Eine große diplomatische Wende in Washington. Die Trump-Administration kündigte am 2. April die Aufhebung der persönlichen Sanktionen gegen Delcy Rodríguez an, Vizepräsidentin von Venezuela, die seit der Gefangennahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte im Januar 2026 Interimspräsidentin geworden ist. Diese Entscheidung markiert die bisher expliziteste Anerkennung von Rodríguez’ Autorität durch die Vereinigten Staaten. (Quelle: NPR)
Delcy Rodríguez, 56 Jahre alt, eine an der Zentraluniversität von Venezuela ausgebildete Juristin, stand seit 2018 auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums wegen ihrer Rolle bei der Unterdrückung der Opposition und der Auflösung der Nationalversammlung. Ihre Streichung von dieser Liste hebt das Einfrieren ihrer Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten auf und erlaubt Finanztransaktionen mit amerikanischen Unternehmen. (Quelle: NPR, Reuters)
Für Analysten fügt sich diese Geste in die Strategie der Trump-Administration ein, Venezuela nach dem Chaos durch Maduros Verhaftung zu stabilisieren. "Washington braucht einen glaubwürdigen Gesprächspartner in Caracas, und Rodríguez ist die einzige Persönlichkeit des Chavismus, die den Staatsapparat am Laufen halten kann", erklärt ein lateinamerikanischer Diplomat unter der Bedingung der Anonymität. (Quelle: NPR)
Die venezolanische Opposition, angeführt von María Corina Machado aus ihrem Exil in Miami, kritisierte die Entscheidung scharf. "Die Aufhebung der Sanktionen gegen Maduros direkte Komplizin belohnt die Tyrannei", erklärte sie in einer Pressemitteilung. Menschenrechtsorganisationen, darunter Human Rights Watch, äußerten ähnliche Vorbehalte und erinnerten an die Unterdrückungsbilanz des Regimes. (Quelle: NPR, HRW)
Wirtschaftlich ebnet die Aufhebung der Sanktionen den Weg für eine Wiederaufnahme der venezolanischen Ölexporte in die Vereinigten Staaten – ein entscheidender Faktor angesichts hoher Rohölpreise. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt (303 Milliarden Barrel), doch seine Produktion ist von 3,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 1998 auf 800.000 Barrel pro Tag gesunken, was auf chronische Unterinvestitionen zurückzuführen ist. (Quelle: Reuters, OPEC)





