Das Wichtigste — Cancre et fier ist eine neue kostenlose Orientierungswebsite für 14- bis 25-Jährige, die in der Schule Schwierigkeiten hatten, sowie für ihre Eltern. Sie bündelt einen Test mit sechs Fragen, acht mögliche Bildungs- und Berufswege sowie praktische Ratgeber zur Berufsausbildung, zu Angeboten für eine zweite Chance, zu Schülerrechten und zum Wohlbefinden. OrChair und Cancre et fier haben denselben Gründer: Dieser Zusammenhang wird transparent offengelegt; der vorliegende Artikel erscheint als gesponserter Inhalt.

In Frankreich galten 2023 insgesamt 7,6 % der 18- bis 24-Jährigen als frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger: Sie hatten ihre Schullaufbahn höchstens mit dem französischen Abschlusszeugnis der Sekundarstufe I beendet und nahmen an keiner weiteren Ausbildung teil. Hinter dieser Kennzahl des Insee stehen sehr unterschiedliche Situationen – Lernschwierigkeiten, Mobbing, Ängste, eine fremdbestimmte Bildungswahl oder das Gefühl, keinen Sinn mehr im Lernen zu sehen. Eine einheitliche Antwort kann ihnen nicht gerecht werden.

An diesem Befund setzt die Website Cancre et fier an und stellt in direkter Sprache verschiedene mögliche Wege vor. Sie verspricht nicht, professionelle Bildungs- und Berufsberatung zu ersetzen, sondern häufig verstreute Informationen zu bündeln und einen konkreten ersten Schritt anzubieten.

Sechs Fragen, die neue Möglichkeiten eröffnen

Der Test auf der Website verlangt weder eine Anmeldung noch Angaben zu Schulnoten. Er unterscheidet sechs Profile: den Baumeister, den Praktiker, den Tüftler, den Gestalter, den Verhandler und den Beschützer. Jedes Profil führt zu passenden Berufen und zu einem kurzfristig umsetzbaren Schritt, etwa einen Tag der offenen Tür ausfindig zu machen oder eine Mappe mit Arbeitsproben anzulegen.

Dieser Ansatz vermeidet es, einen jungen Menschen auf seine Noten zu reduzieren. Stattdessen soll er erkennen helfen, was ihn interessiert, wie er lernt und unter welchen Bedingungen er sich weiterentwickeln könnte. Das Ergebnis ist keine Diagnose, sondern ein Ausgangspunkt für ein Gespräch mit den Eltern, einem Informations- und Berufsberatungszentrum, einer örtlichen Jugendberatungsstelle des Netzwerks Mission locale oder einer Ausbildungseinrichtung.

Acht Wege ohne Fachjargon vorgestellt

Die Website erläutert insbesondere die Berufsausbildung, die Compagnons du Devoir, die École 42, Schulen der zweiten Chance, das EPIDE, den französischen Freiwilligendienst, die Armee und die Beratungsstellen des Netzwerks Mission locale. Jede Übersicht nennt die Altersvoraussetzungen, die Dauer, eine gegebenenfalls vorgesehene Vergütung und die erforderlichen Schritte.

Eine Berufsausbildung ist grundsätzlich ab 16 Jahren möglich; eine Ausnahme gilt bereits ab 15 Jahren, wenn die Sekundarstufe I abgeschlossen ist. Die Mindestvergütung für Auszubildende unter 18 Jahren im ersten Ausbildungsjahr entspricht 27 % des gesetzlichen Mindestlohns Smic. Da sich diese Beträge ändern können, verweist Cancre et fier auf Service-Public.fr, statt eine Zahl als dauerhaft gültig darzustellen.

Die Website erinnert außerdem an eine häufig missverstandene Regel: Bis zum Alter von 16 Jahren besteht Unterrichtspflicht, anschließend gilt bis zum Alter von 18 Jahren eine Ausbildungspflicht. Eine Berufsausbildung und verschiedene begleitende Angebote ermöglichen es, dieser Pflicht nachzukommen, ohne in einer klassischen allgemeinbildenden Schullaufbahn zu bleiben.

Ratgeber für konkrete Situationen

Über die Orientierung hinaus behandeln die Ratgeber unter anderem einen fehlenden Schul- oder Ausbildungsplatz nach der letzten Klasse der Sekundarstufe I, schulische Disziplinarverfahren, die Auflösung eines Ausbildungsvertrags, spezifische Lern- und Entwicklungsstörungen, ADHS, Mobbing, Schulphobie, Zuschüsse zum Führerschein und zum Wohnen, die Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen im Rahmen der VAE sowie das Erstellen eines Lebenslaufs.

Der Unterstützungsbedarf endet nicht bei der Wahl einer Ausbildung. Die im November 2025 vom französischen Bildungsministerium durchgeführte landesweite Befragung schätzt, dass 4 % der Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I von schulischem Mobbing betroffen sind. Laut der Studie „Solitudes 2025“ der Fondation de France fühlen sich wiederum 24 % der befragten Franzosen einsam. Diese Befunde begründen, warum die Website auch geeignete Anlaufstellen und Hilfenummern nennt.

Ein eigener Bereich für Eltern

Cancre et fier regt Eltern dazu an, das Gespräch anders auszurichten: nicht mehr nur zu fragen, warum eine Note schlecht ist, sondern herauszufinden, was den jungen Menschen zum Handeln motiviert. Zu den Empfehlungen gehören konkrete Einblicke in Berufe, Tage der offenen Tür sowie die Abklärung möglicher Gesundheits-, Schlaf- oder Lernprobleme mit zuständigen Fachleuten.

Die Grenzen dieses Ansatzes werden klar benannt. Ein Ratgeber im Internet ersetzt weder einen Schulpsychologen des französischen Bildungswesens noch ein Informations- und Berufsberatungszentrum (CIO), eine Mission locale oder medizinische Betreuung. Bei seelischen Belastungen oder Suizidgedanken ist es dringend geboten, mit einem vertrauenswürdigen Erwachsenen zu sprechen oder die 3114 anzurufen, die landesweite Nummer zur Suizidprävention, die rund um die Uhr kostenlos erreichbar ist.

Das Geschäftsmodell wird erläutert

Nach Angaben der Website ist keine Anmeldung erforderlich, um die Inhalte abzurufen oder den Test zu nutzen. Auf einigen Seiten zur Berufsausbildung können junge Menschen über ein Formular einem Rückruf durch ein angeschlossenes Ausbildungszentrum zustimmen. Den öffentlich zugänglichen Angaben zufolge finanzieren die Partner diese Kontaktvermittlung, niemals die jungen Menschen oder ihre Familien.

Gründer von Cancre et fier ist Antoine Cazals, der auch OrChair gegründet hat. Seine persönliche Geschichte prägt das Projekt: Er berichtet, sich in der Schule gelangweilt zu haben, bevor er sich für das Unternehmertum entschied. Diese Nähe erfordert besondere Transparenz. Sie wird deshalb am Anfang und am Ende dieses Artikels erwähnt; zugleich werden die Links zur Website als gesponsert gekennzeichnet.

Was bleibt festzuhalten?

Cancre et fier verspricht kein Wundermittel gegen Schulabbruch. Der Nutzen liegt in der Methode: von Fähigkeiten und Interessen ausgehen, Förder- und Ausbildungsangebote in verständliche Schritte übersetzen und an die zuständigen Einrichtungen verweisen. Wer das Angebot kennenlernen möchte, kann den Test und die verschiedenen Wege sowie den Ratgeber zum schulischen Scheitern kostenlos aufrufen.

Einschätzung der Redaktion — Die Stärke von Cancre et fier liegt darin, schulisches Scheitern nicht als unveränderliches Identitätsmerkmal darzustellen. Die Website wird nützlich sein, wenn sie aktuell bleibt, weiterhin zwischen Information und individueller Beratung unterscheidet und für alle veränderlichen Angaben gut sichtbare offizielle Quellen beibehält.

Transparenz — Cancre et fier und OrChair haben denselben Gründer, Antoine Cazals. Dieser Artikel ist ein gesponserter Inhalt.

Quellen — Insee — Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänge; Service-Public.fr — Ausbildungsvertrag; Französisches Bildungsministerium — Mobbingbarometer 2025; Fondation de France — Studie „Solitudes 2025“; Service-Public.fr — Ausbildungspflicht für 16- bis 18-Jährige; 3114 — Landesweite Nummer zur Suizidprävention.