Die globale Diplomatie ist bestrebt, eine der schwersten maritimen Krisen seit dem Iran-Irak-Krieg zu lösen. Am 2. April 2026 leitete die britische Außenministerin Yvette Cooper eine virtuelle Sitzung, an der Vertreter von 41 Ländern teilnahmen, um Wege zu erörtern, die Gewährleistung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormuz – der Engpass, durch den etwa 21 % des weltweiten Öls transportiert werden. (Quelle: NPR, GOV.UK)

Der Gipfel folgt der ausdrücklichen Forderung des US-Präsidenten Donald Trump, der in seiner Ansprache an die Nation vom 1. April seine Warnung an den Iran bekräftigte: „Jeder Versuch, Hormuz zu blockieren, wird als kriegerischer Akt betrachtet.“ Teheran hat seinerseits wiederholt damit gedroht, die Straße als Vergeltung für US-israelische Angriffe auf sein Territorium zu schließen. (Quelle: FDD, NPR)

Die wirtschaftlichen Risiken sind kolossal. Die seit Mitte März bestehende teilweise Blockade der Straße hat bereits zu einem Anstieg des Preises für Brent-Rohöl um 35 % geführt, das nun über 106 Dollar pro Barrel gehandelt wird. Reedereien haben einen Teil ihres Verkehrs auf alternative Routen umgeleitet – insbesondere auf die SUMED-Pipeline in Ägypten und das Kap der Guten Hoffnung –, aber diese Optionen erhöhen die Transportzeiten und -kosten erheblich. (Quelle: Reuters, Bloomberg)

Das im Foreign Office veröffentlichte Abschlusserklärung des Treffens fordert „freie Schifffahrt gemäß dem internationalen Seerecht“ und fordert alle Parteien auf, „sich jeder Handlungen zu enthalten, die den Seehandel behindern könnten“. Frankreich, Deutschland, Japan und Indien gehörten zu den aktivsten Teilnehmern. China, das eingeladen war, lehnte seine Teilnahme ab. (Quelle: GOV.UK)

Goldman Sachs-Analysten schätzen, dass der Preis für das Barrel 130 Dollar erreichen könnte, wenn die Straße über das zweite Quartal hinaus gestört bleibt, was zu einer globalen Rezession führen würde. Das nächste Treffen ist für den 15. April angesetzt, diesmal persönlich in London, mit dem Ziel, einen multilateralen maritimen Sicherheitsrahmen zu definieren. (Quelle: Goldman Sachs, Financial Times)