Australien hat am Dienstag, dem 14. April, an einem trilatertreffen mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich teilgenommen, um die Krise in der Straße von Hormuz zu erörtern – ein Gipfeltreffen, das durch die Abwesenheit der Vereinigten Staaten bemerkenswert ist. Laut dem Sydney Morning Herald spiegelt dieses Gipfeltreffen den Wunsch der drei Mächte wider, ihre eigene Reaktion auf die Krise unabhängig von der unilateralen Strategie Washingtons zu koordinieren.
Eine transatlantische Kluft
Das Gipfeltreffen findet statt, während Washingtons traditionelle Verbündete ihr Unbehagen angesichts der amerikanischen Seeblockade iranischer Häfen zum Ausdruck bringen, die mehrere europäische Hauptstädte als unverhältnismäßig und im Widerspruch zum Völkerrecht betrachten. Frankreich, das eine Marinebasis in Abu Dhabi und wichtige Interessen am Golf hat, setzt sich für einen multilateralen Ansatz ein. Das Vereinigte Königreich, das traditionell mit Washington übereinstimmt, nimmt diesmal eine unabhängigere Haltung ein.
Die Einsatzgebiete für Australien
Für Canberra geht es sowohl um Energie als auch um Strategie. Australien, obwohl ein Ölproduzent, ist stark von Importen raffinierter Produkte abhängig, die die Straße von Hormuz passieren. Das Sydney Morning Herald berichtet, dass der australische Premierminister auf die Notwendigkeit gedrängt hat, „die Freiheit der Schifffahrt zu schützen, ohne eine weitere Eskalation zu provozieren“. Diese nuancierte Haltung spiegelt die Spannung zwischen dem AUKUS-Bündnis mit den Vereinigten Staaten und der Notwendigkeit wider, Handelsbeziehungen mit den Ländern der Region aufrechtzuerhalten.
Auf dem Weg zu einer europäischen Marinekraft?
Nach diplomatischen Quellen, die vom Sydney Morning Herald zitiert werden, erwägen die drei Länder den Einsatz einer gemeinsamen Marinekraft zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormuz, nach dem Vorbild der europäischen Operation EMASOH, die 2020 gestartet wurde. Diese Initiative würde eine zunehmende Autonomie der westlichen Verbündeten von der amerikanischen Strategie am Golf markieren – ein geopolitischer Wendepunkt, den Analysten als „post-atlantisch“ bezeichnen.





