Die ehemalige Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, Kamala Harris, sorgte diese Woche für politisches Aufsehen, als sie am Freitag, den 10. April 2026, erklärte, sie „denke darüber nach“, für die US-Präsidentschaftswahlen 2028 zu kandidieren. Die Ankündigung wurde im Rahmen eines Interviews mit Reverend Al Sharpton am Rande der jährlichen Konvention der National Action Network (NAN) in New York gemacht. „Ich könnte kandidieren. Ich weiß, was es braucht“, vertraute sie sich in einem von CNN übertragenen Austausch an und fügte hinzu: „Ich kenne das Gewicht dieser Funktion, die Opfer, die sie erfordert, und ich habe keine Angst vor diesem Kampf.“
Diese potenzielle Rückkehr erfolgt in einem zutiefst polarisierten amerikanischen politischen Kontext. Von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen im November 2024 geschlagen, hatte Harris das aktive politische Leben verlassen, ohne eine mögliche Rückkehr auszuschließen. Laut einer Epoch Times/Rasmussen-Umfrage vom April 2026 bleibt sie die erste Wahl der demokratischen Wähler für 2028, vor dem Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, und der Senatorin von Michigan, Elissa Slotkin. Ihre Beliebtheit in der afroamerikanischen Wählerschaft und bei den Frauen verschafft ihr einen strukturellen Vorteil bei den demokratischen Vorwahlen.
Politische Beobachter heben den strategischen Zeitpunkt dieser Erklärung hervor. Trumps Amtszeit, die vom Konflikt mit dem Iran, Handelsspannungen mit China und anhaltender Inflation geprägt ist, bietet den Demokraten ein erhebliches Angriffsfeld. Harris nutzte denn auch ihre Rede bei der NAN, um die Außenpolitik der Trump-Regierung zu kritisieren und die Bombenangriffe im Iran als „gefährliche Eskalation, die die Sicherheit der Amerikaner gefährdet“ zu bezeichnen. Sie rief auch dazu auf, „die moralische Führung der Vereinigten Staaten auf internationaler Ebene wiederherzustellen“.
Auf republikanischer Seite erfolgte die Reaktion umgehend. Der Sprecher des Republican National Committee bezeichnete eine potenzielle Kandidatur von Harris als „Geschenk für die Republikanische Partei“ und erinnerte an ihre Niederlage von 2024. CNN-Analysten stellen jedoch fest, dass Harris einen Vorteil hat, den nur wenige Kandidaten besitzen: direkte Erfahrung im Weißen Haus, vier Jahre als Vizepräsidentin und Generalstaatsanwältin von Kalifornien, ein Lebenslauf, der ihr seltene institutionelle Glaubwürdigkeit verleiht.
Das Rennen um 2028 hat gerade erst begonnen, aber Harris' Aussage ist bereits der erste Gründungsakt. Der Zeitplan für die demokratischen Vorwahlen wird erst Mitte 2027 festgelegt, aber Spender und Basisorganisationen sind bereits aktiv. Harris dürfte in den kommenden Monaten zahlreiche öffentliche Auftritte absolvieren, insbesondere in den Schlüsselstaaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin. Für die Demokraten ist das Ziel existenziell: nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten Trumps das Weiße Haus zurückzuerobern. Quellen: - CNN — Harris on why she's thinking about running for president in 2028, 10. April 2026 - Le Télégramme — Kamala Harris sagt, sie „denke nach“, um 2028 zu kandidieren, 11. April 2026 - Radio-Canada — Kamala Harris schließt die Tür zu einer Kandidatur 2028 nicht - Epoch Times — Harris ist die erste Wahl der Demokraten für 2028 - CNN-Video — Kamala Harris: Ich könnte 2028 kandidieren





