Die Entspannung war von kurzer Dauer. Einen Tag nach der französisch-britischen Konferenz in Paris kündigte der Iran am heutigen Samstag, dem 18. April 2026, an, dass die Straße von Hormuz "zu ihrem vorherigen Zustand zurückgekehrt" sei – das heißt, sie ist wieder für die kommerzielle Schifffahrt gesperrt. Die Information, die gleichzeitig von Associated Press, NPR, Bloomberg und dem Daily Mail verbreitet wurde, markiert eine neue Eskalation im Kräftemessen zwischen Teheran und Washington seit der militärischen Episode im März zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran.
Beschuss von Handelsschiffen
Laut Associated Press haben die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) am Samstagmorgen das Feuer auf mehrere Schiffe eröffnet, die versuchten, die Passage zu durchqueren. Bloomberg berichtet zudem, dass griechische und indische Tanker vor der Einfahrt in die Meerenge eine Kehrtwende vollzogen, und das in einem Klima völliger Unsicherheit über die Aufrechterhaltung der am Vortag von Teheran angekündigten Öffnung. Internationale Reedereien setzen ihre Transite aus, um auf eine Klärung zu warten, was die wichtigste Öl-Handelsroute der Welt, über die immer noch fast ein Fünftel des weltweit verbrauchten Rohöls fließt, de facto lahmlegt.
Trump droht mit Wiederaufnahme der Angriffe
In einer am Freitagabend an Bord der Air Force One gemachten Erklärung, die von NPR zitiert wird, bestätigte US-Präsident Donald Trump, dass er seine Blockade iranischer Häfen aufrechterhalte und die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Bombardierungskampagne ausdrücklich erwähnte, falls Teheran das unter katarischer Vermittlung ausgehandelte Friedensabkommen nicht unterzeichne. "Wir sind sehr nah an einer Einigung – oder sehr nah am Krieg", fasste er laut Daily Mail zusammen. Diese kalkulierte Mehrdeutigkeit hält den diplomatischen Druck aufrecht, ohne Washington in eine sofortige militärische Eskalation zu verwickeln.
Öl-Märkte erneut erschüttert
Nach einem dramatischen Rückgang am Freitag – von The Independent als "Rückkehr zur Ruhe" am Ölmarkt gefeiert, der wieder unter 75 Dollar gefallen war – deuten die ersten Anzeichen am Samstagmorgen auf einen neuen Schock bei der asiatischen Eröffnung am Montag hin. Reuters hob in seiner am Donnerstag veröffentlichten Analyse bereits hervor, dass die US-Notenbank ihre Zinssenkungsszenarien revidieren müsse, da sich die Rohölpreise stabilisierten; die neue Sperrung wirft nun alle Karten neu. Von Bloomberg befragte Analysten schätzen, dass eine anhaltende Schließung den Barrelpreis bereits in der Montagsitzung über 110 Dollar treiben könnte.
Schwache europäische Diplomatie
Die am Vortag von Emmanuel Macron und Keir Starmer lancierte und von rund dreißig Ländern unterstützte Verteidigungsinitiative wird sofort auf ihre Reichweite getestet. Das französische Präsidialamt erklärte am Samstag auf Anfrage der Agenturen, es "verfolge die Situation stundenweise". Für Brüssel und London ist die Schwierigkeit doppelt: Sie müssen zeigen, dass die gewählte Verteidigungshaltung kein Eingeständnis der Ohnmacht ist, und gleichzeitig vermeiden, dass sie hinter einer amerikanischen Strategie stehen, die viele europäische Staaten als übermäßig zwanghaft gegenüber Teheran betrachten.
Redaktionelle Meinung
Die Abfolge der letzten achtundvierzig Stunden verdeutlicht auf brutale Weise die Natur der iranischen Akte: Jeder Öffnung folgt eine Schließung, jeder Friedensverheißung wird am nächsten Tag widersprochen. Teheran spielt auf Zeit und hofft, dass ein erneuter Anstieg der Ölpreise Donald Trump ein Jahr vor den amerikanischen Midterm-Wahlen politisch schwächen wird. Aber diese Rechnung ist riskant: Die Geduld Washingtons hat Grenzen und die militärische Option, die im März bereits erprobt wurde, bleibt auf dem Tisch. Kurzfristig werden die europäischen Volkswirtschaften am stärksten von der nächsten Welle der Energieinflation betroffen sein.
Zusammenfassung
- Am Samstag, dem 18. April 2026, kündigt der Iran an, dass die Straße von Hormuz "zu ihrem vorherigen Zustand zurückgekehrt" sei.
- Die Revolutionsgarden eröffnen das Feuer auf Schiffe, die versuchen, die Passage zu durchqueren.
- Bloomberg berichtet, dass griechische und indische Tanker vor der Meerenge eine Kehrtwende vollzogen haben.
- Donald Trump droht mit der Wiederaufnahme der Bombardierungen, falls keine Einigung erzielt wird.
- Analysten erwarten, dass der Barrelpreis bereits am Montag über 110 Dollar steigen wird.
Quellen:





