Der Internationale Währungsfonds (IWF) veröffentlichte am Dienstag, den 14. April 2026, seinen halbjährlichen Bericht über die Weltwirtschaftsaussichten (World Economic Outlook), der in diesem Jahr den Titel „Die Weltwirtschaft im Schatten des Krieges“ trägt. Laut Generaldirektorin Kristalina Georgieva, zitiert von Zonebourse, hatte der IWF vor dem Konflikt im Nahen Osten eine leichte Aufwärtskorrektur seiner globalen Wachstumsprognose auf 3,3 % für 2026 erwartet. Nun führen „alle Wege zu steigenden Preisen und einer Verlangsamung der Aktivität“.
Drei identifizierte Bedrohungen
Der Bericht identifiziert drei Hauptrisikofaktoren für die Weltwirtschaft: den Energieschock aufgrund der Störung der Straße von Hormus, die Unterbrechung der globalen Lieferketten und die Instabilität der Finanzmärkte. Laut L'Économiste Maghrébin sind Energieimportländer besonders anfällig. Der IWF warnt, dass der Schock „global, aber asymmetrisch“ ist: Die Schwellenländer und Entwicklungsländer, die bereits durch die Folgen der Pandemie und die steigenden Zinsen geschwächt sind, sind am stärksten betroffen.
Verteidigungsausgaben schießen in die Höhe
Kapitel 2 des Berichts, das sich den Verteidigungsausgaben widmet, stellt fest, dass geopolitische Spannungen zu einem beispiellosen Anstieg der Militärbudgets führen. Der IWF hebt die „makroökonomischen Folgen und Abwägungen“ dieser Entwicklung hervor: Jeder zusätzliche BIP-Punkt, der für die Verteidigung ausgegeben wird, reduziert die Spielräume für öffentliche Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur entsprechend. Diese Dynamik ist in den Schwellenländern besonders ausgeprägt.
Reduzierte Spielräume
Die Generaldirektorin des IWF betonte, dass die Zentralbanken nach den massiven Zinserhöhungen von 2022-2024 über geringere Spielräume verfügen, um diesen neuen Schock abzufedern. Boursorama berichtet, dass Georgieva zu einer „raschen Deeskalation im Nahen Osten“ aufgerufen hat, um ein Szenario globaler Stagflation zu vermeiden. Der Bericht wird diese Woche bei den Frühjahrstagungen des IWF und der Weltbank in Washington ausführlich vorgestellt.





