Die 125. Ausgabe der French Open tritt diesen Mittwoch, den 3. Juni, in ihre entscheidende Phase mit dem Viertelfinaltag der Herren ein. Die Porte d'Auteuil brummt dieses Jahr von einer besonderen Elektrizität: Carlos Alcaraz, Titelverteidiger der beiden vorherigen Ausgaben und natürlicher Anwärter auf einen dritten Titel in Folge, fehlt verletzungsbedingt, was eine immense Lücke hinterlässt, aber eine historische Chance für seine Konkurrenten darstellt. Der Court Philippe-Chatrier, Schauplatz so vieler Heldentaten seit Paris 2024, beherbergt zwei brüderliche Duelle, die die Weltrangliste neu gestalten könnten.
Berrettini-Arnaldi: Duell der italienischen Schulen
Das erste Viertelfinale bestreiten zwei Italiener: Matteo Berrettini, nach Jahren wiederholter Verletzungen wieder an der Spitze, trifft auf seinen Landsmann Matteo Arnaldi, die Offenbarung der Tour in den letzten achtzehn Monaten. Das Duell ist ebenso taktisch wie emotional – zwei verschiedene Stile, zwei verschiedene Geschichten, nur ein Platz im Halbfinale. Berrettini, ein starker Aufschläger mit einer soliden Rückhand auf Sand, hat die Reife auf seiner Seite; Arnaldi, jünger und kühner, hat vielleicht die Verwegenheit.
Auger-Aliassime-Cobolli: Die Gala-Session
Ab 20:15 Uhr trifft Félix Auger-Aliassime, an vierter Stelle gesetzt, auf Fabio Cobolli in einem Match, das kanadische Power und italienische Intelligenz gegenüberstellen wird. Von seinen Fans „FAA“ genannt, hat der Montréaler sein Spiel auf Sand in den letzten zwei Saisons erheblich verbessert und kommt voller Selbstvertrauen nach Paris, nachdem er in der vorherigen Runde Alexander Zverev, den zweitplatzierten Spieler, in diesem selben Viertelfinale ausgeschaltet hat. Cobolli, Zehnter der Welt, ist die andere positive Überraschung des Turniers: Sein vielseitiges Tennis und seine defensiven Fähigkeiten machen ihn zu einem gefürchteten Gegner auf Philippe-Chatrier.
Bei den Damen erwartet das Feld die Achtelfinals
Bei den Damen ist das Viertelfinalprogramm für Freitag angesetzt, mit Coco Gauff als Titelverteidigerin. Die amtierende Meisterin, bleibt die zentrale Figur in einem offenen Feld seit dem frühen Ausscheiden mehrerer Favoritinnen. Das Damenfinale ist für Samstag, den 6. Juni, das Herrenfinale für Sonntag, den 7. Juni geplant – am selben Ort, wo im Sommer 2024 die olympischen Medaillen vergeben wurden, was diesem Chatrier eine Aura kollektiver Erinnerung verleiht, die sich ständig verdichtet.
Die Meinung der Redaktion
Die Abwesenheit von Alcaraz ist nicht nur ein Kalenderzufall: Sie mischt die Karten im Herrentennis neu, von dem man dachte, es sei für ein Jahrzehnt festgelegt. Berrettini kehrt durch die Kraft der Geduld an die Spitze zurück, Auger-Aliassime bestätigt ein Talent, auf das man zu lange gewartet hat, und Menšík erinnert daran, dass die neue Generation nicht einfach abwarten wird. Genau diese French Open, unvollkommen und plötzlich offen, werden vielleicht in Erinnerung bleiben.
Tagesprogramm
- Berrettini vs. Arnaldi — Herren-Viertelfinale, ab 11:00 Uhr.
- Auger-Aliassime (Nr. 4) vs. Cobolli (Nr. 10) — ab 20:15 Uhr.
- Menšík (Nr. 26) besiegte Fonseca (Nr. 28) gestern im Viertelfinale mit 6/4, 6/3, 7/6(3).
- Alcaraz verletzungsbedingt abwesend: Ende des „Threepeat“ noch bevor es begonnen hat.
- Damenfinale am 6. Juni, Herrenfinale am 7. Juni auf Philippe-Chatrier.





