Zwei Jahre vor den Olympischen und Paralympischen Spielen 2028 hat das Organisationskomitee LA28 eine strategische und unverwechselbare Entscheidung getroffen: Es werden keine neuen permanenten Stadien gebaut. Laut Ouest-France sind die meisten Einrichtungen bereits vorbereitet, da die Stadt ihre vorhandene Sportinfrastruktur nutzt – das SoFi Stadium, das Los Angeles Memorial Coliseum, die Crypto.com Arena (ehemals Staples Center) und der Dignity Health Sports Park.
Dieser Ansatz, vom IOC begrüßt, zielt darauf ab, das „Weiße Elefanten“-Syndrom zu vermeiden – diese teuren olympischen Einrichtungen, die nach den Spielen ungenutzt verfallen. Das geschätzte Budget von 6,9 Milliarden Dollar wird ohne öffentliche Gelder finanziert, ein einzigartiges Modell in der jüngeren Olympischen Geschichte.
Die größte Herausforderung bleibt der Transport. Los Angeles, eine autoabhängige Stadt mit einem begrenzten öffentlichen Nahverkehrsnetz, investiert massiv in den Ausbau von U-Bahn- und Buslinien. Experten bezweifeln jedoch, dass die Arbeiten bis Juli 2028 rechtzeitig abgeschlossen sein werden. Die Organisation setzt auch auf autonome Shuttles und Fahrgemeinschaften.
Das Olympische Dorf wird im Stadtteil South Los Angeles eingerichtet und soll nach den Spielen in bezahlbaren Wohnraum umgewandelt werden – ein wichtiges soziales Engagement in einer Stadt, die mit einer akuten Wohnraumkrise konfrontiert ist, in der der Medianpreis eines Hauses über eine Million Dollar liegt.
Die sommerliche Hitze Kaliforniens ist ein Problem. Bei Temperaturen, die im Juli über 40 °C erreichen können, planen die Organisatoren angepasste Wettbewerbszeiten (früh morgens und abends), Sprühnebel und schattige Bereiche. Die globale Erwärmung fügt der Planung eine Dimension der Unsicherheit hinzu.
Das Kulturprogramm und die Eröffnungszeremonie, deren Details vertraulich bleiben, werden als die ehrgeizigsten in der olympischen Geschichte erwartet, in einer Stadt, die das globale Zentrum der Unterhaltungsindustrie ist.




