Japan, das 2024 wieder zur wichtigsten Touristendestination Asiens wurde, bereitet die wichtigste Überarbeitung seiner Einreiseverfahren seit zwanzig Jahren vor. Die japanische Regierung hat im März einen Gesetzesentwurf zur Reform mehrerer Bestimmungen des Einwanderungsgesetzes verabschiedet, darunter die Schaffung eines elektronischen Reisegenehmigungssystems namens JESTA, das dem amerikanischen ESTA-Modell nachempfunden ist. Die von VisasNews berichtete und von Tragento bestätigte Information legt den Inkrafttreten für 2028 fest, aber europäische Reisende werden bereits gebeten, sich mit anderen Änderungen vertraut zu machen, die ab 2026 angewendet werden.

JESTA, die zukünftige obligatorische Vorabgenehmigung

Ab 2028 müssen Reisende aus den 71 Ländern, die derzeit von der Visumpflicht befreit sind – darunter Frankreich, Belgien und die Schweiz –, eine elektronische Vorabgenehmigung einholen, um nach Japan einreisen zu können. Das kostenpflichtige Online-Formular für kurzfristige touristische Aufenthalte wird vor dem Abflug von den Einwanderungsbehörden geprüft. Laut Tragento und Ryukoch zielt die Maßnahme sowohl auf eine Straffung der Grenzkontrollen als auch auf eine bessere Nachverfolgung der Touristenströme ab, in einem Kontext, in dem das Land 2025 mit über 35 Millionen internationalen Besuchern seinen absoluten Besucherekord brach.

Mobile IC-Karten: Das schrittweise Ende des Papiers

Bereits ab 2026 werden die mobilen IC-Karten Suica und PASMO in den japanischen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Norm. Der ausländische Reisende kann die virtuelle Karte über Apple Wallet auf seinem iPhone oder über Google Wallet auf seinem Android-Smartphone in wenigen Minuten direkt laden. Laut Ryukoch haben mehrere Hauptbahnhöfe – Tokio, Shinjuku, Osaka – bereits einen Teil ihrer Verkaufsautomaten für physische Karten entfernt. Die speziell für ausländische Touristen entwickelte Karte „Welcome Suica“ ist weiterhin erhältlich, aber ihre mobile Version wird nun bevorzugt.

Eine radikal geänderte Mehrwertsteuererstattung

Die Reform der Mehrwertsteuererstattung stellt die zweite große Änderung im Jahr 2026 dar. Laut Fachführern wird das derzeitige System – sofortige Abzug im Geschäft – schrittweise durch ein Rückerstattungssystem am Flughafen ersetzt, das dem europäischen Modell näher kommt. Der Reisende zahlt den Preis inklusive Steuern im Geschäft, legt seine Einkäufe beim Zoll bei der Ausreise vor und erhält dann die Rückerstattung per Karte oder in bar. Ein umständlicheres Verfahren, das darauf abzielt, den Weiterverkauf von in Steuerbefreiung erworbenen Produkten besser zu kontrollieren und Missbräuche, insbesondere bei luxuriösen Kosmetikprodukten, einzudämmen.

Visit Japan Web: Die einheitliche Erklärung

Seit Ende 2024 fasst das Portal Visit Japan Web die Einwanderungs-, Zoll- und Quarantäneerklärungen in einem einzigen Formular zusammen. Die Online-Eingabe einige Tage vor der Abreise generiert einen QR-Code, der bei der Ankunft vorgelegt werden muss, was die Durchlaufzeit im Ankunftsbereich erheblich verkürzt. Laut eVisa Card ist die Nutzung des Portals für Staatsangehörige visumbefreiter Länder noch nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. An den Flughäfen Haneda und Narita sind inzwischen mehrere spezielle Spuren für Reisende mit dem QR-Code reserviert, was zu Stoßzeiten bis zu einer Stunde Zeitersparnis bringen kann.

Die Meinung der Redaktion

Japan litt lange Zeit unter keinen administrativen Einschränkungen für europäische Besucher. Diese Atempause schließt sich: In vier Jahren müssen sich französische Reisende an einen strukturierteren Einreiseprozess gewöhnen, der an amerikanische und britische Standards angepasst ist. Nichts Beunruhigendes, aber eine verstärkte Planung ist erforderlich – zumal die Kombination aus JESTA, mobiler IC-Karte und neuer Mehrwertsteuererstattung keine Improvisation duldet. Für 2026 sollte die Priorität darauf liegen, sich mit dem Portal Visit Japan Web vertraut zu machen und die IC-Karten auf dem Smartphone vor der Abreise zu konfigurieren.

Zu merken

- Tokio hat im März 2026 einen Gesetzesentwurf zur Einführung des JESTA-Systems verabschiedet, das ab 2028 gelten wird.

- 71 visumbefreite Länder, darunter Frankreich, werden betroffen sein.

- Ab 2026 werden die mobilen IC-Karten Suica und PASMO im Transportwesen zur Norm.

- Reform der Mehrwertsteuererstattung: Rückerstattung am Flughafen anstelle des sofortigen Abzugs im Geschäft.

- Visit Japan Web: Einziges Portal für Einwanderung, Zoll und Quarantäne, dringend empfohlen.

Quellen:

- VisasNews — Japan: Tokio verabschiedet Gesetzesentwurf zur Einführung von JESTA, März 2026

- Tragento — Japan führt JESTA-System ein, März 2026

- Ryukoch — Japan 2026: Wesentliche Änderungen vor der Reise, Januar 2026

- eVisa Card — Japan-Visum 2026: eVisa, Befreiungen und vollständiger Leitfaden