Vierzig Jahre. Vierzig Jahre wartete der Irak auf diesen Moment. Mit dem Sieg gegen Bolivien im interkontinentalen Play-off sicherten sich die Löwen von Mesopotamien das 48. und letzte Ticket für die WM 2026, die diesen Sommer in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Die letzte – und einzige – Teilnahme des Irak an einer Weltmeisterschaft datiert aus Mexiko 1986. (Quelle: Al Jazeera, AFP)
Bei Ertönen des Schlusspfiffs explodierte Bagdad. Hunderttausende Iraker strömten auf die Straßen, schwenkten Nationalflaggen, während Feuerwerke den Himmel der Hauptstadt erhellten. Im Stadtteil Karrada, dem Epizentrum der Feierlichkeiten, tanzten die Massen bis zum Morgengrauen. Freudenbekundungen in Form von Schüssen – eine umstrittene Tradition – wurden aus mehreren Provinzen gemeldet. (Quelle: Al Jazeera, The National)
Für ein Land, das von jahrzehntelangen Kriegen, Sanktionen und konfessionellen Spaltungen gezeichnet ist, geht diese Qualifikation über den Sport hinaus. „Fußball ist das Einzige, das alle Iraker vereint – Schiiten, Sunniten, Kurden, Christen“, sagte der Trainer Jesús Casas, ein spanischer Techniker, der 2024 ankam. Der Irakische Fußballverband, der lange von Korruption und politischer Einmischung geplagt war, profitierte 2023 von einer von der FIFA auferlegten Umstrukturierung. (Quelle: SportsTak, Reuters)
Der Weg des Irak durch die Qualifikationsspiele war steinig. Jahrelang waren ihnen aus Sicherheitsgründen die Heimstadien verwehrt, sodass die Löwen die meisten ihrer Qualifikationsspiele in Basra, der einzigen von der FIFA zugelassenen Stadt, austrugen. Die Rückkehr der irakischen Fans auf die Tribünen, die seit 2023 erlaubt ist, beflügelte eine Mannschaft, die vom Kapitän Mohanad Ali angeführt wird, der in der Jugendakademie des türkischen Vereins Konyaspor ausgebildet wurde. (Quelle: Al Jazeera)
Der Irak wird bei der WM-Auslosung am 13. Dezember 2025 (bereits erfolgt) in Topf 4 gesetzt. Die Löwen treffen in Gruppe F auf Argentinien, Dänemark und Nigeria – eine kolossale Herausforderung, aber egal: Für Millionen Iraker ist allein die Anwesenheit bereits ein historischer Sieg. (Quelle: FIFA, AFP)





