Die globale Schönheits- und Kosmetikindustrie, die laut Statista im Jahr 2023 auf 571 Milliarden Dollar geschätzt wurde, integriert zunehmend künstliche Intelligenz. Laut Kings Research wächst der Markt für KI-Anwendungen in der Schönheitsbranche jährlich um über 19 %, angetrieben durch Computer Vision, Augmented Reality und Algorithmen für personalisierte Empfehlungen. (Quelle: Statista, Kings Research)
L'Oréal ist der unangefochtene Vorreiter dieser Transformation. Der französische Konzern, der ModiFace 2018 übernommen hat, setzt diese Augmented-Reality-Technologie für virtuelle Anproben bei über 70 Marken der Gruppe (Lancôme, Maybelline, NYX, Kérastase) ein. Das in Zusammenarbeit mit Vichy entwickelte Tool SkinConsult AI analysiert ein Selfie, um fünf Zeichen der Hautalterung zu bewerten und eine personalisierte Routine zu empfehlen. Im Jahr 2025 meldete L'Oréal einen E-Commerce-Umsatz von über 25 % des Gesamtumsatzes, unterstützt durch diese digitalen Tools. (Quelle: L'Oréal Finance, ModiFace, Vichy)
Estée Lauder nutzt KI zur Trendvorhersage und Produktentwicklung. Shiseido hat „Optune“ entwickelt, ein ursprünglich in Japan eingeführtes personalisiertes Pflegesystem, das die Serumformulierung basierend auf Umweltdaten (UV, Feuchtigkeit, Verschmutzung) und dem über eine App gemessenen Hautzustand anpasst. Das System wurde eingestellt und dann in vereinfachter Form neu aufgelegt, was die Herausforderungen der maßgeschneiderten Schönheit im großen Maßstab verdeutlicht. (Quelle: Shiseido, Beauty Independent, Nikkei Asia)
Die virtuelle Make-up-Anprobe ist zu einem Standard im E-Commerce für Schönheitsprodukte geworden. Sephora (LVMH-Gruppe) bietet seinen „Virtual Artist“ seit 2017 an, und Pinterest hat die AR-Anprobe von Lippenstift und Lidschatten direkt in seine visuelle Suchmaschine integriert. Laut einem Bericht von Perfect Corp (Anbieter der Technologie) verzeichnen Marken, die AR-Anproben nutzen, eine 2- bis 3-fache Steigerung der Konversionsrate und eine Reduzierung der Rücksendungen. (Quelle: Sephora, Perfect Corp, Pinterest)
Die Zahl der KI-gestützten Apps für mentales Wohlbefinden nimmt zu. Woebot, ein therapeutischer Chatbot, der auf der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) basiert, war Gegenstand einer randomisierten klinischen Studie, die im Journal of Medical Internet Research veröffentlicht wurde und eine signifikante Reduzierung von Angst- und Depressionssymptomen bei jungen Erwachsenen zeigte. Die American Psychological Association weist jedoch darauf hin, dass diese Tools eine professionelle Betreuung ergänzen, aber nicht ersetzen – eine wesentliche Nuance in einem schnell wachsenden digitalen Wellness-Markt. (Quelle: JMIR, Woebot Health, APA)




